Loupedeck Live

Kleiner, kompakter Helfer – auch für unterwegs

„Spezialisierte Geräte, wie die von Loupedeck, kosten zwar erst mal ein paar Euro mehr, aber ich weiß sehr genau, dass diese Investitionen sich sehr schnell amortisieren kann."

Thomas B. Jones

Bildbearbeitung ist für viele Fotografen ein nötiges Übel. Um die Zeit am Rechner möglichst kurz zu halten, hat sich das Loupedeck als effektiver Helfer erwiesen. Nun ist ein neues Modell auf den Markt gekommen. Was kann das Loupedeck Live? Thomas B. Jones hat es genau unter die Lupe genommen.

Themen

Darum geht es in diesem Artikel

Streamer und Fotografen

An wen richtet sich das Loupedeck Live?

Bildbearbeitung

Warum Benutzer von Lightroom (noch) mehr Freude mit dem Loupedeck Live haben werden als die von Capture One.

Kompakt und flexibel

Das Loupedeck Live macht sich schlank auf dem Schreibtisch, passt in jede Tasche unterwegs und überzeugt mit großer Anpassbarkeit.

Loupedeck Live – das flexible Multitalent

Ich muss vorweg eine Sache klarstellen: Ich mag keine Bildbearbeitung. Das heißt nicht, dass ich gut bearbeitete Bilder nicht mag, sondern dass ich die Bildbearbeitung nur sehr ungern mache. Es macht mir einfach viel mehr Spaß zu Fotografieren, als nachträglich an den Bildern zu schrauben.
 
Ich suche daher schon seit Jahren nach Wegen, die Zeit, die ich mit der Bildbearbeitung verbringe, zu reduzieren, um mehr Zeit zu schaffen, um zu fotografieren. Ich fotografiere daher zum Beispiel einen großen Teil meiner Bilder im JPEG-Format und nicht im RAW-Format. Dadurch erhalte ich schon weitgehend fertige Aufnahmen, ohne den Rohrentwicklungsprozess durchlaufen zu müssen.
 
Da die Bildbearbeitung sich aber nie komplett aus der Gleichung nehmen lässt, bin ich trotzdem bemüht, auch diesen kleinen Rest, der übrig bleibt, so effizient wie möglich zu gestalten. Ich habe schon vor einigen Jahren mit MIDI Controller herum gespielt um Lightroom fernzusteuern.
 
„Was will ich mit acht Schiebereglern? Ich brauch mehr Knöpfe!“
 
Das sollte meine Auswahl der Bilder und auch die Bildbearbeitung beschleunigen. Wenn man mit 3.000 Bildern von einer Hochzeit nach Hause kommt, und das 30 mal im Jahr, dann ist hier jede Minute, die man spart sehr viel wert. Das mit den MIDI-Controllern hat leider nur sehr hakelig funktioniert und optimiert für die Bildbearbeitung sind die MIDI-Controller halt auch nicht. Was will ich mit acht Schiebereglern? Ich brauch mehr Knöpfe!
 
Aber es war zumindest besser, als nur mit Tastatur und Maus zu arbeiten. Spezialisierte Geräte, wie die von Loupedeck, kosten zwar erst mal ein paar Euro mehr, aber ich weiß sehr genau, dass diese Investitionen sich sehr schnell amortisieren kann.
 

Individuell anpassbare Knöpfe und Regler

Die ersten Loupedeck Controller waren mir ehrlich gesagt zu groß und zu sehr auf Lightroom ausgelegt, als dass sie für mich wirklich infrage kamen. Ich arbeite mittlerweile mit Capture One und schätze es, die Controller genau auf meine Bedürfnisse anzupassen. Jetzt kommen die neuen Loupedeck Geräte ins Spiel. Das Loupedeck CT und Loupedeck Live. 
 
Hier sind die Knöpfe und Regler nicht mehr fest beschriftet und Funktionen zugeordnet, sondern frei konfigurierbar. In den Knöpfen sind sogar kleine Displays verbaut, die ich selbst mit Symbolen belegen kann.
 
Die neuen Loupedeck-Geräte sind zudem wesentlich kompakter. Sie passen nicht nur wunderbar auf einen eh schon viel zu vollen Schreibtisch, sondern können auch mal in die Fototasche geworfen werden oder finden im Handgepäck Platz, um zum Beispiel im Flieger die Bilder der Reise zumindest schon mal vorzubereiten oder, wenn man JPEG fotografiert, sogar schon fertig zu machen.
 

Eigentlich für Streamer, aber …

Dem Loupedeck Live fehlen das Jog-dial und zwölf mechanische Tasten. Das Louepdeck Live richtet sich eigentlich auch mehr an Streamer und nicht an Fotograf*innen. Aber gerade diese Kompaktheit macht es für mich sogar interessanter. Und da ich mittlerweile auch das Streamen angefangen habe, passt das Loupedeck Live gut zu meinen Anforderungen. 
 
Das Loupedeck Live hat zwölf frei belegbare Tasten mit integrierten Displays, sowie sechs Drehregler. Das bietet mir die wichtigsten Funktionen, die ich für die Bildbearbeitung brauche. Ich habe mir Belichtung, Helligkeit, Lichter Schatten und die Drehung des Bilds auf die Drehregler gedreht.
 
Die Tasten mit Bewertungen, Farbmarkierungen und zum nächsten Bild springen. Mit den Tasten am unteren Rand kann ich zudem weitere „Seiten“ anlegen, auf dich umschalten kann. Auf denen kann ich dann noch weitere Funktionen legen, die ich vielleicht nicht so oft benötige.
 

Solide – mit großem Pluspunkt

Die Displays in den Tasten sind zwar praktisch, mir fehlt allerdings ein haptisches Feedback, wie bei den mechanischen Tasten, wenn ich sie drücke. Dass das möglich ist, zeigt zum Beispiel das StreamDeck von Elgato. Zwar kann dass Loupedeck Live (und CT) eine Vibration auslösen, wenn der Knopf gedrückt wird, das fühlt sich allerdings ziemlich schräg an.
 
Die Drehregler hingegen sind perfekt. Sie bieten genug Widerstand, um genau arbeiten zu können. Ich kann sie aber auch schnell drehen, um größere Anpassung durchzuführen. Insgesamt macht das Gerät einen sehr soliden Eindruck. Großer Pluspunkt für mich ist die USB-C Verbindung.
 
Mein größter Kritikpunkt am Loupedeck Live ist sicherlich die Software. Ich glaube hier liegt einmal mehr der typische Fall vor, dass die Entwickler nicht unbedingt aus Sicht der Kunden gearbeitet haben. Mag sein, dass es für die Entwickler Sinn ergibt, wenn man die Software in unzählige Module, Reiter, Plug-Ins und sonstiges aufteilt – aber selbst für mich als Nerd war es sehr mühsam, das Loopdeck Live so einzurichten, wie ich es mir vorstelle.
 

Hoffen auf Software-Update

Bei der Software ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben. Glücklicherweise kann Software ja im Nachhinein noch aktualisiert werden. Die Unterstützung für Lightroom und Capture One unterscheidet sich allerdings auch noch mal stark. Lightroom wird, das war zu erwarten, von Loupedeck sehr gut unterstützt. Capture One nur sehr stiefmütterlich und es funktioniert nicht immer 100% zuverlässig.
 
„Die Ausrede, es liegt an Capture One, zählt also nicht.“
 
Das ist natürlich sehr schade und trübt für mich den Gesamteindruck des Loupedeck Live. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz von Monogram zum Beispiel eine hervorragende Integration von Capture One bieten. Die Ausrede, es liegt an Capture One, zählt also nicht. 
 
Alles in allem kann ich das Loupedeck Live aber empfehlen. Wenn man viel unterwegs ist, gerne Platz auf dem Schreibtisch hat und mit Lightroom arbeitet, ist das Loupedeck Live eine der attraktivsten Lösungen, die es derzeit am Markt gibt. Für die Capture One Unterstützung und die Konfiguration wünsche ich mir aber noch einige Verbesserungen. Diese wird Loupedeck aber sicher über Software Updates nachliefern.

Gemeinsam mit Falk Gustav Frassa betreibt Thomas B. Jones den Podcast „Die Photologen“. Im unterhaltsamen Dialog nehmen sie ihre Hörer regelmäßig mit auf spannende Ausflüge in die Welt der Fotografie.

 

Thomas hat sich auf die Bereiche Porträt-, Reportage- und Hochzeitsfotografie spezialisiert.

Mittlerweile hat der Deutsch-Amerikaner eine zweite Show gestartet. An der Seite von Michael Omori Kirchner spricht er im „Fotogafie Business Podcast“ über das Leben als Berufsfotograf und gibt Tipps, wie man sich erfolgreich am Markt positioniert.

 

Außerdem ist Thomas Autor des Buches „JPEG-Rezepte für Fujifilm X-Kameras“* und betreibt einen erfolgreichen YouTube-Kanal.

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Thomas B. Jones

JPEG-Rezepte für Fujifilm X-Kameras

RAW oder JPEG? Diese Frage beschäftigt viele Fotografen. Thomas B. Jones hält in seinem Buch „JPEG-Rezepte für Fujifilm X-Kameras“ ein Plädoyer für die JPEG-Fotografie – mit guten Argumenten. Das geringere Datenvolumen ist nur eins davon. In diesem Interview erfährst du, wie du das Format kreativ nutzen und flexibel in deinen Workflow integrieren kannst.

Hallo, ich bin Kai. Journalist aus Hamburg – vor allem aber leidenschaftlicher Reisender und Fotograf. Um beide Themen geht es auf GATE7.

 

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