Start Podcast Katrin Zita: Warum du öfter auch mal alleine reisen solltest

    Katrin Zita: Warum du öfter auch mal alleine reisen solltest

    © Katrin Zita

    In Folge 3 des Gate7-Podcasts spreche ich mit Katrin Zita. Katrin arbeitet in Wien als Coach für hochbegabte und hochsensible Menschen. Außerdem ist sie Reisejournalistin und Autorin. In diesem Interview geht es Tipps für Alleinreisende. Damit kennt sich Katrin bestens aus. Sie hat zu dem Thema ein Buch geschrieben: „Die Kunst, allein zu reisen – und bei sich selbst anzukommen“.

    Für Katrin ist das Alleinreisen ein wichtiges Werkzeug in der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit:

    „Das Reisen ist eine wohltuende Form des Selbstcoachings.“

    Auf Reisen in andere Länder geht man zu seinem eigenen Leben auf Distanz und wird sich in fremder Umgebung der eigenen Fähigkeiten bewusst:

    • Wie flexibel bin ich?
    • Wie schnell bin ich an einem anderen Ort zu Hause?
    • Wie gehe ich mit Hürden und Problemen um?
    • Wie weltoffen bin ich?
    • Wie schnell finde ich Kontakt zu fremden Menschen?

    Außer der Selbsterkenntnis werden Fähigkeiten wie Mut und Entscheidungskraft gestärkt.

    Bevor es los geht, empfiehlt Katrin, sich das Ziel bewusst auszusuchen: vom Reiseziel zum Lebensziel.

    Das Alleinreisen in der richtigen Umgebung bietet dann die Möglichkeit, einer Selbstreflexion und eventueller Neuausrichtung. Man kann überprüfen, was man im Leben wirkllich möchte – unbeinflusst von anderen – dem eigenen Rhythmus und Interessen folgend.

    Dem Zufall folgend und Achtsamkeit gegenüber der Frage zu entwickeln: Was zeigt mir das Leben? Was bekomme ich als Aufgabe? Was darf ich daraus lernen?

    Geduld ist in dem Zusammenhang eine wichtige Eigenschaft, die auf Reisen stets auf die Probe gestellt wird, wenn Dinge nicht so klappen, wie man es vorher geplant hat. Umso wichtiger ist es, die Dinge unterwegs demütig zu sehen und etwas „erdulden“ zu können. Das gehört für Katrin neben dem Tun und Schaffen auch zum Lebensweg dazu: „Situationen mit Gelassenheit begegnen, in denen man nichts machen kann.“ Nirgends kann man das so gut erlenen wie auf einer Reise. Denn so intensiv man auch plant – häufig kommt es doch ganz anders.

    „Es ist wie am Bahnsteig. Da muss man warten, bis der Zug kommt. Vorher kann man nicht einsteigen. Das ist es, was uns das Leben zeigt: Geduld bewahren und auf den richtigen Moment zu warten, in dem es wieder vorangeht.“

    Aber es gibt noch weitere Gründe, warum es sich lohnt, öfter mal alleine die Koffer zu packen: Unabhängigkeit und innere Ruhe.

    „Alleinsein können, ist ein großes Maß an innerer Freiheit, die man im Leben erreichen kann – vielleicht sogar erreichen sollte.“

    Der Rückbezug auf die eigene Persönlichkeit setzt eine große kreative Energie frei, die man in allen Bereichen des Lebens nutzen kann.

    Die Faszinitaion des Alleinreisens besteht darin, dass man Menschen begegnet, die einen nicht kennen und dadurch unvoreigenommen wahrnehmen. Anders gesagt: Man bekommt ein Spiegelbild zurückgeworfen, in dem man sich selbst erkennen kann: Was für Fähigkeiten sehen andere in mir?

    Allerdings: Der Dialog mit sich selbst kann auch wehtun. Plötzlich tauchen schlummernde Wünsche, Sehnsüchte und Ängste auf, denen man sich bisher noch nicht gestellt hat. Dennoch: Es ist besser, sich Dingen zu stellen, die einen unbewusst belasten und dafür Lösungen zu suchen.

    Katrin schildert diese Situation an einem Beispiel aus ihrem eigenen Leben: Sie hat Weihnachten alleine in New York verbracht – und dabei Erstaunliches über sich selbst gelernt.

    Einserseits ist die Angst ein guter Verbündeter, denn sie schützt einen vor Leichtsinn und Gefahren. Andererseits bietet das Reisen eine gute Möglichkeit, die eigenen Ängste zu übwerwinden, nach dem Motto:

    „Tu, was du fürchtest und die Furcht vergeht.“

    Katrin ermutigt, sich neuen Dingen hinzugeben und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen: „Wenn wir das Beste aus uns und unserem Leben machen wollen, brauchen wir Zeit zum Spielen.“

    Die nötige Zeit und Muße dazu hat man auf Reisen – wie aber schafft man es, sich diese Freiräume auch im hektischen Alltag zu schaffen? Katrin rät:

    • „Spielzeit“ einplanen: An einem bestimmten Termin ziellos durch die gewohnte Umgebung schlendern
    • Künstlerische Tätigkeiten, denen man auf Reisen gerne nachgeht, in den Alltag integrieren
    • Sich freimachen im Denken: Welche Möglichkeiten bietet mir das Leben noch? Was möchte ich gerne noch ausprobieren und machen?

    Fotografie

    Die Kamera hat Katrin auf ihren Reisen stets dabei. Das Fotografieren spielt eine große Rolle für sie:

    „Es gibt Menschen, die fotografieren, um anderen die Bilder zeigen zu können. Ich dagegen mache Fotos am liebsten für mich selbst. Ich liebe es, sie künstlerisch zu gestalten. Den Blick auf ein Detail zu richten. Lichtstimmungen festzuhalten. Für mich ist die Fotografie ein künstlerisches Spielen. Etwas visuell sichtbar machen, in einem anderen Kontext oder aus anderen Perspektive darzustellen. Das Innere nach außen zu tragen – das fasziniert mich.“

    Shownotes

    Katrin Zita

    „Die Kunst, allein zu reisen und bei sich selbst anzukommen“* und andere Bücher

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