Start Argentinien Tango: Argentinisches Lebensgefühl zwischen Melancholie und Passion

Tango: Argentinisches Lebensgefühl zwischen Melancholie und Passion

Tango: Ein Paar ist versunken im Tanz auf der Plaza Dorego in San Telmo, Buenos Aires.

Buenos Aires ist die Hauptstadt des Tangos. Und nirgends kann der traditionelle Tanz Argentiniens intensiver gespürt werden als im traditionellen Stadtteil San Telmo. Dort, wo alles begann, ist das leidenschaftliche Lebensgefühl der Argentinier bis heute allgegenwärtig.

Der Mann schreitet zum Kassettenspieler und drückt die Abspieltaste. Blechern ertönt eine bekannte Tangomelodie aus den Lautsprechern, „Por una cabeza“*.

Ein Lächeln huscht über das von tiefen Furchen durchzogene Gesicht des Tänzers. Sein Anzug ist so zerknautscht wie der legendäre Trenchcoat von TV-Kult-Kommissar Columbo.

Dann legt er zärtlich den Arm um die Hüften seiner Partnerin. Langsam setzen sich die beiden in Bewegung, schweben über den Bürgersteig. Um sie herum hat sich eine Menschenmenge versammelt und schaut gebannt zu.

Es ist Sonntag in San Telmo. Wie jede Woche schieben sich tausende von Menschen durch die Straßen eines der ältesten Viertel von Buenos Aires.

Der berühmte Kunsthandwerksmarkt ist dabei mit seinen Händlern, Gauklern und Tangotänzern wie eine Reise in die Vergangenheit. Das Sortiment der Antiquitätenverkäufer ist eine wahre Fundgrube für Liebhaber alter Gegenstände.

Tango auf Schritt und Tritt in San Telmo

Die Kulisse mit Kopfsteinpflaster und zweistöckigen Kolonialhäusern erinnert an die Gründerjahre der argentinischen Hauptstadt vor mehr als vierhundert Jahren.

Selbst Carlos Gardel erwacht hier wieder zum Leben. Zumindest in Person eines Imitators, der mit Gitarre in der Hand von sich behauptet, die Wiedergeburt des legendären Tangokönigs zu sein. „Gardel lebt“, hat er auf ein Schild geschrieben.

An Gardel führt in San Telmo kein Weg vorbei. Für viele ist der Mann mit dem charakteristischen Schlapphut Synonym für Tango. Er war es, der den Musikstil Anfang des 20. Jahrhundert salonfähig gemacht hat.

Zuvor hatte die argentinische Oberschicht die Nase über den Tango gerümpft, der im Gossenmilieu der Immigrantenviertel San Telmo und La Boca entstanden war. Die Einwanderer aus allen Teilen Europas vermischten ihre musikalischen Wurzeln mit Einflüssen aus Afrika, beispielsweise dem „Candombe“.

Tango, Kolonialstil und Antiquitäten: Nirgends ist Buenos Aires argentinischer als sonntags auf den Straßen von San Telmo.

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Tango auf offener Straße: Im Stadtteil San Telmo kann man den traditionellen Tanz Argentiniens sehen. Alt und Jung vereint im Tango. Ein Mann beobachtet ein Paar, das auf einem Platz in San Telmo Tango tanzt. Carlos Gardel und sein Double auf dem Markt von San Telmo. Ein Mann hat sich als Charlie Chaplin verkleidet. Raul Alfonsin führt Argentinien nach der Militärdiktatur zurück zur Demokratie. Eine alte Dame verkauft Porzellan auf dem Kunstmarkt von San Telmo. Gegenwind: Dieser Gaukler gehört zu den Künstlern, die jeden Sonntag auf dem Kunstmarkt von San Telmo auftreten. Die Straßen von San Telmo sind sonntags immer voll.Information

Der Kunsthandwerksmarkt findet jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr auf der Straße Defensa im Stadtteil San Telmo statt.

Beginnend an der Plaza de Mayo, erstreckt sich das bunte Treiben bis zur Plaza Dorego, dem zentralen Platz von San Telmo.

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